• Technik E28 Kaufberatung Karosserie
Drucken

Karosserie

Veröffentlicht in E 28

Der E28 ist ein solide gebautes Fahrzeug, das bei ordentlicher Pflege sehr hohe Kilometer-Leistungen und eine lange Nutzungsdauer erreicht. Natürlich nagen Dauereinsatz, Jahre und Kilometer an seiner Substanz. Rost kennt er also auch:

Besonders gerne rostet er an den Wagenheberaufnahmen. Dies liegt meistens an der unsachgemäßen Bedienung des Wagenhebers oder der Hebebühne, die falsch angesetzt wird. Anstatt mit den Hebearmen der Bühne vorne unter den Längsträger weiter mittig zu gehen und hinten unter die vordere Aufnahme der Hinterachse (runder Teller), wird immer wieder unter den Schwellern an den Wagenheberaufnahmen angesetzt. Auch der mitgelieferte Wagenheber wird entweder an der falschen Stelle, schräg oder verspannt angesetzt. Somit wird in beiden Fällen die senkrecht stehende Unterkante des Schwellers eingedrückt, umgeknickt oder beschädigt (Foto 1) bzw. der Schweller im Bereich der Wagenheberaufnahme eingedrückt (Foto 2). Unterbodenschutz und Lack bekommen Risse, Feuchtigkeit, Schmutz und Salz dringen ein und der Verfall der Schweller ist vorprogrammiert. Nur ganz wenige E28, nämlich die, die beim Hochbocken ausnahmslos richtig behandelt wurden, zeigen hier keinen Rost. Da diese Schäden TÜV-relevant sind und die Reparatur relativ aufwendig ist, sollte man die Wagenheberaufnahmen gut anschauen und durch Abtasten von unten/innen überprüfen. Es gibt sowohl Komplettschweller von BMW als auch Reparaturbleche aus dem Zubehör. Sie sollten sich jedoch davor hüten diese Schweller einfach nur über die alten drüberzuziehen. Das ist Murks und hält nicht lange. Heraustrennen, neu einsetzen und anschließend gut versiegeln. Dabei sollte insbesondere im Bereich der unteren Kante auf sehr gute Verarbeitung geachtet werden. Wenn der Lack des Fahrzeugs noch gut ist, kann ein geschickter Blechner die Schweller auch außen auf halber Höhe mit der Flex abtrennen (hier ist dieser meist völlig gesund) und die neuen stumpf ansetzen und anschließend verschweißen. Da in diesem Bereich Bodyschutz schwarz lackiert ist, entfällt dann die aufwenige Lackierarbeit in Wagenfarbe im Einstiegsbereich. Bei kleineren Rostlöchern kann man sich auch noch mal mit "Ausflicken" (kleinere Bleche einsetzen) behelfen, bei entsprechend guter anschließender Versiegelung hält das mitunter lange und ist bei Fahrzeugen die "aufgeschlissen" werden ohnehin sinnvoller. 

Foto 1: Beschädigte Unterkante des Schwellers (Foto: Klaus Jansen).

Foto 2: Hier wurde die Wagenheberaufnahme eingedrückt (Foto: Klaus Jansen).

Weitere Stellen, an welchen der  E28 rosten kann, sind die hinteren Radläufe, die Enden der Schweller zum hinteren Radhaus hin, Türunterkanten, und die Radhäuser vorne (siehe auch unten: Foto 3). Dort sind Plastikabdeckungen eingesetzt, die den hinteren Bereich vor Schmutz schützen sollen. An den Befestigungen und hinter den Abdeckungen kann es munter rosten wenn sich hier aufgrund Beschädigungen oder falschem Sitz feuchter Straßenschmutz angesammelt hat. Bei manchen Fahrzeugen drückt der Rost auch unten durch den Kotflügel. Prüfen sie auch die vordere und hintere Schürze, das Frontblech unter der vorderen Stoßstange sowie die Motorhaube innen im Bereich der Luftschlitz.

Mitunter ist die vordere Schürze, meist durch Beschädigungen, durchrostet, gerne auch um die Nebelleuchten oder Blinkerrahmen herum. Die Schürze ist verschraubt und kann relativ einfach ersetzt werden. Einem Blick sollten man auch der hinteren Schürze gönnen, die rostet oft an der Nahtstelle zum Seitenteil im Bereich der mit Bodyschutz versehen Fläche durch. Die Befestigungskante der vorderen Kotflügel sollten einem prüfenden Blick standhalten, ebenso die A-Säulen im unteren Bereich hinter der Plastikverkleidung.

Sehr gerne rosten die Bleche außen neben den vorderen Federdome (Foto 3 und 4). Das ist dann je nach Fortschritt ein schlechtes Zeichen (TÜV-relevant!). Zwar gibt es dafür Reparaturbleche, aber der Aufwand kann umfangreicher werden. Dieser Rostbildung kann man vorbeugen, indem man regelmäßig alle Isolierungen rings um die Kotflügel untersucht und den Radkasten speziell im Winterverkehr nach Salzfahrten gut ausdampft (und vor längeren Standzeiten, dann gut austrocknen). Mäßige Roststellen an den Federdomen werden oft vom TÜV noch tolerant als "geringer Mangel" angemerkt.

Haubenkanten und die Bleche im Motorraum checken, hier ist oft Kantenrost zu finden. 

 

Foto 3 und 4:  Federdome vorne (Fotos: Benjamin Peters).

Eine letzte Stelle, auf die man beim Fahrzeugkauf nach Rost suchen sollte, sind die Kennzeichenbeleuchtungen hinten unterhalb des Kofferraumdeckels. Aufgrund mangelnder Isolierung durch leicht brüchig werdende Kunststoffgläser und die Verwendung von jeweils zwei leicht rostenden Klammern entsteht auch hier häufig Rost.

Abhilfe, sofern das Stahlblech rund um diese Kennzeichenleuchten noch nicht allzu sehr angefressen ist: Gründlich mechanisch entrosten, "Fertan" behandeln (wandelt den Rost um und schützt), gut grundieren und neu lackieren und neue Kennzeichenleuchten (notfalls zusätzlich mit Dichtmasse) einsetzen. Und anstatt der Blechklammern die dafür als Ersatz vorgesehenen Kunststoffspreitzmuttern verwenden! 

Foto 5: Heck Kennzeichenleuchten (Foto: Klaus Jansen).

Seltener aber auch vorkommend:

  • Durchrostung der Chromstoßecken, besonders anfällig sind die lackierten Stoßstangen 
  • Schiebedachdurchrostung nach oben zur Dachhaut bzw. innen bei den Verstärkungsstreben 
  • Rost oder Durchrostung am Querblech unterhalb Heckscheibe 
  • Rostbildung oder Durchrostung im Bereich der Scheibengummis, bevorzugt an den Scheibenecken 
  • Rostbildung oder Durchrostung an den vorderen Türen oben zum Kotflügel hin (schadhafte Falzabdichtung an der Bördelkante) 

Auf den folgenden Bildern handelt es sich um Extremfälle, normalerweise finden sich hier keine oder geringere Roststellen:

 Foto 6: Türboden total durchrostet, untere Türkante innen weggerostet (Foto: Klaus Jansen).

Foto 7: A-Säule (Foto: Klaus Jansen).

Foto 8: Durchrostungen an den Stoßstangenecken (Foto: Klaus Jansen).

 

 

© BMW 5er E12 und E28 IG - Impressum